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Holzbau trifft Denkmal: Bauen im Eichwald

Wie verbindet man ein 300-jähriges Holzgebäude mit einer neuen Wohnsiedlung? In Luzern zeigt die Überbauung Eichwald, wie Holzbau und Bestand zu einem stimmigen Ganzen werden. Tschopp Holzbau AG realisierte dabei den Holz- und Fassadenbau der beiden Neubauten und arbeitete zugleich am denkmalgeschützten Salzmagazin.

Mitten in der neuen, autofreien Siedlung in der Stadt Luzern steht ein Gebäude, das deutlich älter ist als seine Nachbarschaft: das Salzmagazin. Der rund 300-jährige Holzfachwerkbau wurde ursprünglich als Getreide- und Salzspeicher eines Spitals errichtet, später als Militärdepot und Pferdestall genutzt und steht heute unter Denkmalschutz. Für die Wohngenossenschaft Geissenstein – EBG war klar: Das Gebäude sollte nicht zum Museumsstück werden, sondern Teil des neuen Quartiers sein. Heute beherbergt es unter anderem ein Café, einen Velokeller und Gemeinschaftsräume.

Für Tschopp Holzbau bedeutete das Arbeiten am Salzmagazin vor allem, mit dem Bestand umzugehen, statt ihn zu überformen. Die Tragstruktur wurde ertüchtigt, unter anderem mit neuen Holzbauteilen und Verstärkungen. Bestehendes und Neues sollten dabei ablesbar bleiben. Dunkles, jahrzehntealtes Holz trifft auf helles neues Holz.

Dachgeschoss des Salzmagazins: dunkles altes Fachwerk neben hellem neuem Holz

Regionalität als Teil der Planung

Bei den beiden Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 47 Wohnungen kommt Holz in deutlich grösserem Massstab zum Einsatz. Die Gebäude sind als Hybridkonstruktionen ausgeführt: Untergeschoss, Erdgeschoss und Treppenhäuser bestehen aus Beton, die Obergeschosse vollständig aus Holz. Die Geschossdecken wurden als Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt. Tschopp Holzbau übernahm die Ausführung des Holzbaus und der Fassaden.

Auch die Gebäudehülle setzt auf Holz. Die hinterlüftete Fassadenkonstruktion erhielt eine Holzschalung, die mit ihrem warmen Aubergine-Farbton einen eigenständigen Ausdruck schafft. Vertikale Holzlamellen an den Balkonen übernehmen gleichzeitig mehrere Funktionen: Sie bieten Sichtschutz, dienen als Absturzsicherung und prägen das Erscheinungsbild der Fassaden.

Eine Besonderheit des Projekts liegt im Umgang mit der Herkunft des Materials. Die Stadt Luzern verband das Baurecht mit ökologischen und energetischen Vorgaben. Für die angestrebte SNBS-Platin-Zertifizierung spielen neben Energie und Lebenszyklus auch regionale Wertschöpfung und kurze Wege eine Rolle. Deshalb durfte ein grosser Teil der Aufträge nur an Unternehmen und Lieferanten im Umkreis von 50 Kilometern vergeben werden. Auch das verbaute Holz stammt zu einem grossen Teil aus der Zentralschweiz.

Im Eichwald übernimmt Holz unterschiedliche Aufgaben: Es trägt, schützt, prägt die Fassade und schreibt gleichzeitig die Geschichte eines Ortes weiter. Gerade im Zusammenspiel von denkmalgeschütztem Bestand und neuem Hybridbau zeigt sich, wie vielseitig moderner Holzbau sein kann: technisch präzise, regional verankert und mit Respekt vor dem Vorgefundenen.

www.tschopp-holzbau.ch

Fotos: Wohngenossenschaft Geissenstein – EBG, Luzern